Kleines Gewerbe

   „In der Gewinnzone musst du aufhören, denn die Verlustzone liegt ganz nah dran an der Gewinnzone, besonders für Kleingewerbetreibende wie Dich und mich. Deshalb habe ich alle meine Geschäfte aufgegeben, als sie gerade am besten liefen, aus eiskaltem ökonomischen Kalkül! Und nicht, wie meine Frau mir vorwirft, weil ich so schnell gelangweilt wäre und mich früher oder später immer der große Überdruss überfallen würde, an allem, was ich treibe, an meinem Copyshop, an meinem Schallplattenladen oder am Cafe Meyer. “
Jetzt hat Frank, der Protagonist dieses Kiezromanes, ein neues Projekt im Visier, „Franks bunte Welt“ soll es heißen und sich dem Handel mit Comics, Actionfiguren und Artverwandtem widmen.
Er spielt gerade die Großbanken gegeneinander aus, Commerz gegen Deutsche und so weiter, wegen des Kredits, den er braucht. Einen Laden hat er schon in Aussicht, er wird die Räume von Saids Videothek Sunlight übernehmen, denn Said hat seinen Rat nicht befolgt und ist in der Verlustzone gestrandet, seine Videothek lief nur solange gut, bis die großen Ketten kamen und dann war natürlich aus und niemals hätte Said seinen Mietvertrag ein drittes Mal verlängern dürfen …
Bis er den Kredit hat, streift Frank durch seinen Kiez, denn das macht er eigentlich am liebsten, streifen und schweifen. Und irgendwann hat er dabei seine alte Frau verloren und findet gerade eine neue. Und die Frage, ob er manisch- depressive Züge hätte, wie seine Frau meint oder ob er einfach sensibler als andere auf die „Schönmenschen und Lachgesichter“ und den „Ungeist der Zeit“ reagiere als andere Menschen, wird wohl jeder Leser anders beantworten.  

Diesen Roman schrieb ich von 2006 bis 2008.

Leider wollte ihn niemand veröffentlichen. Ganz verstehen tu ich das bis heute nicht - nur halb: der Vorwurf, dem Roman fehle der große Bogen, kann ich nachvollziehen. Für mich wiegen seine Stärken  von Satz zu Satz und eine Fülle schöner Szenen dieses Manko auf.

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